So eine Reise ist natürlich mit Kosten verbunden. Wenn wir anderen Leuten erzählen, dass wir bald weg sind kommen meistens zwei Fragen: 1. „Wohin geht’s denn genau?“ Und 2. „Wieviel Geld habt ihr dafür eingeplant?“ (Alternativ dazu auch manchmal „Wie könnt ihr euch das leisten?“).
Und um ehrlich zu sein, sind das auch die Fragen, die wir bis heute nur recht schwammig beantworten können. Bei der 1. Frage kann man sich noch rausreden, geht ja meistens nur um Smalltalk. Bei Frage 2 ist man als Österreicher ja meistens etwas peinlich berührt. Scheint so in unserer Kultur zu liegen.

Aber jetzt geht’s zu den harten Fakten. Der nackten Wahrheit sozusagen: Wie können wir uns das eigentlich leisten? Die Antwort ist relativ simpel: Wir haben gespart.
Während der letzten 2 ½ Jahre hat jeder von uns einen monatlichen Beitrag auf ein zusätzliches Konto, von uns unliebevoll „Reisekonto“ getauft, einbezahlt. Was nämlich nicht mehr da ist, kann man nicht mehr ausgeben! In Österreich gibt’s ja dann noch so Sachen wie „Urlaubsgeld“ und „Weihnachtsgeld“. Das Geld ist dann meistens ebenfalls zu gewissen Teilen in unseren Spartopf geflossen und auch wenn jeder von uns mal wieder etwas Geld auf der Seite hatte (an dieser Stelle herzlichen Dank an alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten, Onkeln und auch Freunde die uns zu sämtlichen Anlässen unterstützt haben!) ging das Ganze in gleichen Teilen auf unser Reisekonto.
Außerdem hatten wir immer eine kleine Sparbox herumstehen, da ging dann das ganze Kleingeld rein. Und vor allem Geld, das wir in unserer Wohnung “gefunden” haben und nicht wussten, wem von beiden es gehörte. Da sammelt sich dann auf Dauer schon ganz schön was an. Auch haben wir Flohmärkte dazu genützt, nicht nur unnötigen Ballast loszuwerden, aber auch um unsere Reisekasse etwas aufzubessern. Man glaubt kaum, wieviel Geld man mit Sachen verdienen kann, die man ansonsten wegschmeißen würde. Durch ein paar Zusatzarbeiten kann man sich auch hier und da etwas die Reisekasse aufbessern. Checkt auch mal eure ganzen Verträge- Handy, Internet, Stromanbieter, Versicherungen… Auch hier lässt sich vielleicht was einsparen. Kleinvieh macht nämlich auch Mist. Sind noch einige Steuerausgleiche ausständig?! Eine weitere Einnahmequelle! 
Vor allem jetzt zum Schluss haben wir uns in unseren gemeinsamen Aktivitäten (wirklich nur in Bezug auf uns, nicht auf den Freundeskreis! Die sehen wir ja immerhin jetzt für einige Zeit nicht mehr!) eingeschränkt. Anstatt zu zweit ins Kino zu gehen, gab es eben einen Netflix- Abend. Statt Essen zu gehen, wurde gekocht, denn einmal Kino oder Essen= ein Tauchgang für eine Person ;). Besonders hart war’s für Melanie, die jetzt schon länger aufs (exzessive 😉 ) Internetshoppen verzichten musste. Aber man kann natürlich nicht immer nur sparen, so haben wir uns jetzt im letzen Monat (etwas unglückliches Timing) beide noch ein Monat Crossfit gegönnt. 
Unser Ziel war es, diese Reise zu finanzieren, ohne auf unsere tatsächlichen Ersparnisse zurückgreifen zu müssen. Und es schaut gut aus soweit ;). Aber noch sind wir ja nicht weg.

Woher wissen wir eigentlich, wieviel Geld wir ungefähr brauchen werden?! Nun, einerseits waren wir ja schon ein paar Mal unterwegs und kennen daher unsere Ansprüche relativ gut, andererseits gibt es zahlreiche hilfreiche Blogs, die einem ebenfalls die Kosten schon vorrechnen. Wir sind ja nicht die ersten mit dieser Idee ;). Im Grunde genommen kann man sagen, pro Land und Monat etwa 1000 €. Das richtet sich natürlich je nach Land und dessen Lebenserhaltungskosten, Art des Reisens (Flüge kosten mehr als Busse oder Züge usw.), Ansprüche (Hostels vs. Hotels) oder auch Aktivitäten. Wir wissen, dass wir gerne sehr aktiv unterwegs sind und rechnen dementsprechend etwas mehr Budget für Tauchen, Touren und Aktivitäten ein. Wir trinken beide wenig Alkohol und sind auch beim Essen und Schlafen relativ einfach zufrieden zu stellen, können also hier etwas an Geld einsparen. Prinzipiell wollen wir aber auf Nichts verzichten müssen, weil unser Budget nicht reicht, wer weiß, wann man das nächste Mal an dieses Fleckchen Erde kommt.

Kosten vor der Abreise:
Hier fallen vor allem Dinge wie Ausrüstung (hatten wir glücklicherweise schon beinah alles- siehe Packliste), Impfungen, Versicherungen, Reisedokumente (Visa, neue Pässe, internationaler Führerschein usw.) evtl. bereits gebuchte Flüge (In unserem Fall haben wir im Moment nur den Hin- und Rückflug nach Südamerika, aber evtl. kommt für den Ein oder Anderen ein „Around-the-World“-Ticket in Frage.) oder die Reiseapotheke.

Kosten während der Reise
Die Kosten während der Reise lassen sich ebenfalls kategorisieren: Transport (Flüge, Bus-, Schiff- und Zugfahren, Taxis…), Essen, Schlafen und Sonstiges (Aktivitäten, Kleidung, Waschen, Souvenirs, etc.).


Kosten im “Basislager”
In unserem Fall müssen wir also auch noch Kosten in der Heimat abdecken. Was also machen mit Auto und Wohnung?
Unser Auto haben wir stillgelegt, bzw. auf Garagenrisiko runtergesetzt. Alternativ könnt ihr natürlich auch euer Auto verkaufen- auch so kommt noch etwas Geld in die Reisekasse- oder aber „vermieten“, falls ihr eine Person eures Vertrauens kennt.

Unsere Wohnung haben wir untervermietet (In unserem Fall sind trotzdem nicht alle Kosten gedeckt. Diese Kosten haben wir aber miteingerechnet.). Falls ihr länger unterwegs seid oder eine Untervermietung für euch nicht in Frage kommt, solltet ihr über eine Wohnungsauflösung nachdenken. Mittlerweile gibt es auch schon in jeder größeren Stadt sogenannte Storage Units (z.B. Myplace), in die man sein Hab und Gut einlagern kann, falls ihr keine Leute mit großen Dachböden/Kellern zu euren Verwandten und Freunden zählen könnt.

 

Unsere Regel #1 bzgl. Geld: Niemals zuviel Bargeld dabei haben. Auch im Ausland kommt man gut über die Runden mit Bankomatkarten und Kreditkarten. Wie zuvor erwähnt haben wir mehrere getrennte und gemeinsame Konten, was den Vorteil bringt, dass zumindest eine dieser Karten immer gehen sollte 😉 (Ja, wir sind schon verzweifelt vor dem einen oder anderen Bankomaten gestanden).
Das Angebot in Österreich ist ja eigentlich recht überschaubar. Solltet ihr noch keine Kreditkarte besitzen, gibt es meistens bei eurer „Hausbank“ die Visa oder Mastercard fürs erste Jahr gratis. Für Studenten gibt es noch eigene Tarife, am besten direkt bei den Banken schlau machen. Auch Onlinebanken wie z.B. easybank bieten Kombipakete an, ein genauer Vergleich kann sich durchaus lohnen.
Unser Reisekonto haben wir bei der DKB abgeschlossen, wo man als Aktivkunde mit der Kreditkarte weltweit gebührenfrei abheben kann. Auch Dank dem Tan-System fühlen wir uns dort gut aufgehoben. Bei unseren anderen Kreditkarten zahlen wir einen kleinen Betrag und versuchen daher zu vermeiden, mit diesen Geld zu beziehen.
Vor allem aber, wenn ihr auf kleinere Inseln oder in eher abgelegenen Gebieten unterwegs seid, solltet ihr euch erkundigen, wie die Bankomat-Lage so aussieht. In solchen Fällen bleibt einem meist nicht viel anderes übrig, als etwas mehr Bargeld mitzunehmen.
Macht euch auch schlau, über euer Kartenlimit, dieses lässt sich im Regelfall mit einem Anruf bei eurer Bank rauf- oder runtersetzen. Auch manche Geldautomaten besitzen übrigens ein Tageslimit. Wenn ihr also größere Beträge abheben wollt, kann es dadurch schon mal zu Problemen kommen.

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