Lima – oder der “Sommerloch” Blog

Mitten in der Nacht stehen wir einsam und verlassen am Busbahnhof in Lima. Peru’s Hauptstadt. Wir könnten natürlich einfach ein Taxi zur Unterkunft nehmen, aber warum einfach, wenn es kompliziert und billig auch geht. Taxi ist uns zu teuer – jeder ersparte Cent wandert in die Galapagos-Kasse und daher geht es mal zu Fuß vom Busterminal Richtung Metrostation los. Nach der ein oder anderen dunklen Gasse laufen wir an einem Sicherheitswachmann vorbei, der uns freundlich grüsst und meint wir sollen aufpassen hier ist es gefährlich! Wir natürlich sofort Panik, machen kehrt und nach ein paar Meter entdecken wir zu unserer Rettung die Metrostation. Wären beinahe daran vorbeigelaufen. So geht es also in einem vollgestopften Bus zu unserer Unterkunft. Hauptsache Geld gespart, mindestens 10 Euro. Buhja!

Die Stadt ist ein weiterer Meilenstein für uns, nicht etwa, weil wir unbedingt hierher wollten, sondern weil wir doch tatsächlich die Hälfte unserer Südamerika Zeit hinter uns haben. Einerseits haben wir das Gefühl schon ewig unterwegs zu sein, andererseits vergeht die Zeit wirklich wie im Flug. Im Moment kommt uns aber jeder Tag ziemlich lange vor, denn nicht nur Bernhard hat es erwischt, sondern auch ich habe es verschrien und nachdem wir die Innenstadt erkundet haben, beschließen wir, unser Glück nicht noch mehr auszureizen und fahren in unser AirBnb. Bewaffnet mit allen Hausmitteln, die wir so kennen und hier bekommen können. Sicherheitshalber verlängern wir mal um eine Nacht.

Lima ist eine relative neue Stadt, gibt hier nicht soviel zu sehen, aber riesig ist die Stadt. Hier leben mehr Menschen als in ganz Österreich. Und da dauert es dann schon mal eine halbe Stunde von dem einen Viertel in das nächste. Mit dem Schnellbus übrigens! Wir nutzen die Zeit um ein paar Pläne zu schmieden, immerhin ändern sich unsere Reisepläne am laufenden Band, und um gut essen zu gehen. Lima ist bekannt für seine Ceviche, ein Fischgericht, und wir wollen uns davon überzeugen, ob es hier wirklich besser schmeckt als im Rest Perus. Also geht es auf zu Bam Bam, einem Restaurant, dass in einer peruanischen Fernsehshow gewonnen hat. Und es schmeckt. Wir werden zwar wohl nicht die größten Ceviche Fans, aber so hin und wieder ist das schon gut. Auch sonst bietet Lima kulinarisch einiges und wir haben das Glück, dass im Stadtteil Barranco, in dem wir auch wohnen, gerade ein Essensfestival stattfindet. Und wo ein Streetfood- Fest, dort sind auch wir. Wenn ich könnte, ich würde euch einen Maracuya- Käsekuchen rüberschicken, so gut war der. Gefolgt von Milchreis oder aber ein Schokoei, gefüllt mit Schokokuchen und oben drauf noch Marshmallow Creme. Wir spazieren durch unser Viertel, das bei weitem mehr Charme hat als etwa die Innenstadt, für die wir uns nicht besonders begeistern können, bestaunen einige Graffities und gehen mal wieder zum Crossfit. Auch Miraflores erkunden wir zu Fuß und brauchen irrsinnig lange, um den Kennedy Park zu durchqueren, weil hier überall Katzen sind. Und Bernhard kann an keiner Katze vorbeigehen, ohne Geräusche zu machen oder sie zu streicheln. Tja, im Kennedy Park sind so an die 40 Katzen, würde ich schätzen. Dauert eben.

Bernhard nutzt die Großstadt, um endlich zum Frisör, oder in dem Fall Barber, zu gehen und auch wenn ich versuche auszuspanischen, wie wir uns das vorstellen, vertraut mir Bernhard nicht, obwohl ich extra mit musste! und versucht dann mit Bildern zu verdeutlichen, was er gerne hätte. Ja. Funktioniert nur so mäßig. Aber wir sind froh, dass er überhaupt noch Haare auf dem Kopf hat, also gut gegangen. Viele Einkaufszentren gibt es hier, alles ist sehr amerikanisiert, wir entdecken TGI Fridays, Popeyes, Cinnabon oder Chilys, verzichten aber darauf. Wir entdecken, dass die Leute hier in Lima verrückt nach Sandwiches sind und verstehen auch warum. Auch Burritos lassen wir uns schmecken, eine willkommene geschmackliche Abwechslung, wenngleich wieder Reis.

Wir beschließen aus Zeitgründen- und weil sich Pläne eben ändern- per Flugzeug nach Iquitos zu fliegen und buchen uns einen Flug für den nächsten Tag. Der Amazonas kann kommen!

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1 Kommentar

  • Reply
    Karin Stanje
    July 2, 2017 at 6:47 am

    Coole Graffitis.
    Jaja Bernhard und Katzen – das ist ein eigenes Kapitel 😄.
    Kann immer wieder nur sagen,bzw. schreiben, Danke für diese tollen Eindrücke von eurer
    Reise.😀😉👍👍👍

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