Bangkok – oder der “Einmal ist kein Mal” Blog

Willkommen zurück in Thailand, weil doppelt hält ja bekanntlich besser. So werden wir an der Grenze begrüßt. Dass die Überfahrt mal wieder 4 Stunden länger gedauert hat als angegeben ist fast schon zu normal, als dass wir uns noch darüber aufregen können. Aber anstrengend ist es trotzdem. Vierzehn Tage könnten wir hierbleiben, haben wir aber nicht vor, wir bleiben nur knappe vier Tage und nutzen Bangkok nur als Drehscheibe für unsere Weiterreise.

Wir kommen also erst an, als es dunkel ist. Das öffentliche Verkehrssystem bringt uns dann beinahe an unsere Grenzen. Wer sich dieses System ausgedacht hat, müssen wir noch herausfinden. Aber wir schaffen es dann doch ins Hostel. Und sogar noch zum Abendessen, das mir aber so gar nicht behagt. Und da dachten wir schon, wir hätten uns an alles gewöhnt. Falsch gedacht, aber wie immer gilt, solange man noch stehen kann, wird auch was gemacht. Am nächsten Tag brechen wir also nach dem Frühstück auf. Bernhard meint, wir können in die Stadt reingehen, sei nicht so weit. 4 Stunden später kommen wir am Ziel an. 4 STUNDEN SPÄTER. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, wie ihr euch vorstellen könnt. Wenigstens ging es einmal quer durch Chinatown, da hat man wenigstens was zum Schauen.

Wir geben dann auf und nehmen das Boot. Weise Entscheidung, sonst wären wir vermutlich noch vier Stunden herumgegangen. Wir wollen zum königlichen Palast. Wir stehen davor. Und: Er ist geschlossen. Boah eh, was für ein Tag. Wir gehen einmal rum, und denken uns noch „Was ist denn das?“. Vorne am Eingang dann die Antwort: Das Krematorium des verstorbenen Königs. Die Thailänder bauen nämlich einen Tempel innerhalb eines Monats, dann wird die Asche dort ebenfalls ein Monat aufbewahrt, bevor alles wieder abgerissen wird. Soll nämlich dem neuen König Pech bringen, wenn der Tempel stehen bleibt. Die einen nennen es charmant, die anderen nennen es Ressourcenverschwendung. Wir machen ein paar Fotos, als der Guide meint, wir könnten auch reingehen, heute ist nicht soviel los und außerdem wäre es der letztmögliche Tag. Was? Mal wieder perfektes Timing. Das mit den Zufallssachen haben wir jedenfalls echt schon raus! Wir gehen rein, bekommen Sandwiches und Wasser geschenkt und müssen nur ein paar Minuten warten, bevor wir in das Gelände dürfen.

Ein Schrein für den alten König, ein Mann den die Thailänder geliebt haben, der Verlust trifft heute noch viele. Wir sind fasziniert von der Lebensgeschichte. Danach geht es zu Wat Pho, wo man eine der größten liegenden Buddha Statuen der Welt besichtigen kann. Sie ist gold und groß. Sehr groß. Also nichts fürs Wohnzimmer. Zumindest nicht für unseres.

Wir brechen auf und gegen Abend schaffen wir es zur Khao San Road, der Partymeile für Backpacker in Bangkok. Jene Straße, um die wir einen großen Bogen bei der Hotelsuche gemacht haben. Aber anschauen muss man sich das Ganze ja trotzdem. Unsere Annahme bestätigt sich: Wir sind hier fehl am Platz. Weder sind wir auf der Suche nach einer Frau, Happy-End-Massagen (gibt es so etwas für Frauen überhaupt???), oder einem Morgen mit Hangover. Hier gibt es auch die berühmten Straßensnacks samt Tourifoto: Skorpione, Schlangen, Käfer. Was so kriecht und fleucht eben.

Wir sind hungrig, aber nicht so hungrig. Auch wir wissen, wo unsere Grenzen sind. Und haben uns während unserer Reise schon genug durchgekostet, während wir Ameisen mittlerweile durchaus zu schätzen wissen, Taranteln, Skorpione und Maden brauchen wir in unserem Speiseplan wirklich nicht. Wir gehen dann mal lieber richtig essen. Und danach das nächste Highlight: Busfahren in Bangkok. Mit der Hilfe von Einheimischen geht das dann schon. Wir kommen dort an, wo wir hinwollen. Am nächsten Tag starten wir den nächsten Versuch, und kommen diesmal tatsächlich in den königlichen Palast. Wir und halb China scheint es. Einmal quer durch und wieder raus. Weiter zum Wat Arun Ratchawararam, der uns aufgrund seiner Verzierungen wirklich fasziniert.

Am Samstag ist es soweit. Wir gehen shoppen. Wochenends findet nämlich der größte Markt Bangkok’s statt. Der Chatuchak Markt, mit etwa 15.000 Ständen. Wir versuchen das Ganze strategisch anzugehen, aber müssen bald unsere Niederlage einsehen. Nach zwei Stunden haben wir noch nicht einmal annähernd alles gesehen. Nach vier Stunden gerade mal die Hälfte. Wir akzeptieren unser Schicksal: Wir werden hier den ganzen Tag verbringen. Für Bernhard gibt’s ein paar neue Shirts und auch bei mir kommt das ein oder andere Teil in die Tasche. Endlich. (Ja, da wussten wir schon, dass Astrid uns besuchen wird und ein paar Sachen für uns mit nach Hause nimmt). Den ganzen Tag auf den Beinen können auch geliebte Thai Tees und gutes Essen nicht wettmachen. Ich nehme mir fest vor, am nächsten Tag endlich mal wieder eine Massage zu buchen. Und wenn es das letzte ist, was ich tue. Der Tag danach geht ähnlich weiter. Wir streifen von Markt zu Markt (ja auch Chatuchak statten wir noch einmal einen Besuch ab. Wir hatten hier noch was zu erledigen), Chinatown und kommen viel zu spät ins Hotel um unsere Sachen abzuholen, denn wir müssen zum Flughafen raus. Alles was ich wollte, war eine Massage. Langes Gesicht meinerseits. Im ganzen Markt-Wahn blieb dafür einfach keine Zeit. Im Bus geht es zum Flughafen und zum Hostel. Am nächsten Tag heißt es nämlich früh aufstehen. Um halb 7 geht schon unser Flug nach…….. Trommelwirbel……. HONG KONG.

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