Bali – oder der „A Coconut a day keeps the doctor away“ Blog

Hallo Bali, wir haben dich vermisst! Wenn uns Leute gefragt haben, was wir tun werden, wenn wir genug vom Reisen haben, haben wir immer zwinkernd gemeint „Wenn das passiert, dann schmeißen wir uns einfach 2 Monate auf Bali“. Keine Sorge, wir haben nicht genug vom Reisen, aber gelandet sind wir trotzdem hier. Wir waren ja so nahe! 😉

Unser erster Anlaufpunkt ist Canggu, um den Massen und komasaufenden Party-Backpackern aus dem Weg zu gehen. Denn Canggu ist genau das, was wir im Moment brauchen: Hipster-Vibe, Strand und etwas westlichen Luxus. Ja, die nächsten Tage gibt es nicht nur Nasi Campur (obwohl wir das natürlich trotzdem essen) sondern auch die ein oder andere Smoothie Bowl, den ein oder anderen Burger und natürlich: jede Menge Kokosnüsse. Die gibt’s beim Warung unseres Vertrauens nämlich zum Halbpreis im Vergleich zu sämtlichen anderen Anbietern. Ja, wir suchen unsere Lieblingsorte nach Kokosnuss-Supply aus. Man muss ja Prioritäten setzen. In unserem Fall Kokosnüsse. Bernhard rechnet sogar nur mehr in Kokosnüssen. 40.000 Rupiah? Dann mal lieber vier Kokosnüsse! Unser großer Traum? Eine Insel kaufen und ein eigenes Land „eröffnen“. Währung? Kokosnüsse! Ja wie ihr mitbekommt, unsere Kokosnussliebe ist sehr groß.

 

 

Echo Beach könnt ihr euch als unser neues Wohnzimmer vorstellen. Wann immer wir Zeit haben- und die haben wir- kommen wir hierher und schauen einfach stundenlang aufs Meer. Genau das haben wir gebraucht. Einfach mit dem Scooter rumdüsen. Wenn es uns gefällt bleiben wir.

Eines Tages schaffen wir es dann sogar nach Uluwatu. Den Tempel, den wir damals ausgelassen haben und bei dem uns jeder immer fragt, wie er denn war. Ja, jetzt können wir die Frage endlich beantworten. Aber nicht nur dem Tempel wegen sind wir hier im Süden, es gibt auch traumhafte Strände. Einer davon Green Bowl Beach. Der Name kommt nicht von ungefähr, zu Flutzeiten ist der Strand samt kleiner Höhle fast vollkommen unterspült. Während Ebbe hat man hier aber nicht nur den feinsten Sand unter seinen Füßen, sondern auch wenig andere Leute.

 

 

Nach ein paar Tagen geht es dann nach Ubud, jener Stadt, die wir damals so ins Herz geschlossen haben. Wir steigen etwas verwundert aus unserem Uber aus. Irgendwie hatten wir das anders in Erinnerung. Weniger Leute, weniger Restaurants, weniger Cafes. Überhaupt schaut manches gar nicht mehr so aus, als wir es in Erinnerung haben. Waren wir hier schonmal? Kommt dir das bekannt vor? Die Tage fliegen nur so an uns vorbei: Spa Behandlungen (wie haben wir die vermisst!), Reisfelder, Spaziergänge, Wasserfälle. Einen ganzen Tag widmen wir nur Wasserfällen. Einen kleinen Umweg machen wir spontan, weil ich vom „Hidden Canyon“ gelesen habe. Überflogen wohl eher. Denn als wir dort stehen, stellen wir fest: Wir haben ein kleines Highlight entdeckt. So etwas passiert uns übrigens meistens spontan. Aber ist das nicht immer so?! Wir jedenfalls melden uns mal an. Ob wir wasserfeste Sachen dabeihaben? Hä? Haben wir nicht. Wir lassen mal lieber alles hier. Kamera und Gopro nehmen wir aber mit, der Guide verspricht mir auf die Kamera aufzupassen. Und so geht es rein in den Canyon. Wir merken schon bald: Trocken bleiben wir hier nicht. Bis zu den Knien stehen wir im Wasser. Dann bis zur Hüfte. Ich gebe auf. Bin bis zum Bauchnabel nass. Die Kamera packen wir mal lieber in den Drybag. Bernhard versucht noch immer so trocken wie möglich zu bleiben, Ich wusste gar nicht, dass er so gelenkig ist. Immer wieder stoßen wir mal mit den Zehen an Steine, das Gehen und Klettern im Fluss wird also noch seine Spuren hinterlassen. Meine Jeanshorts sind so schwer, dass ich sie fast verliere. Was solls. Die spontanen Sachen sind die besten. Wir schwingen auf Lianen, klettern den Canyon hoch und runter und überqueren den Fluss mehrmals. Nach 1.5 Stunden ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Und wir sind nass. Wer hat natürlich nichts zum Wechseln dabei? Richtig, wir zwei Idioten. Wer rechnet denn auch morgens damit, dass er mittags in seinen Klamotten einen Fluss überqueren wird. Macht nichts, bei den nächsten Wasserfällen werden wir sowieso wieder nass.

 

 

Ohne Verspannungen (danke Ubud! Habe übrigens das erste- aber nicht das letzte!- Blumenbad meines Lebens hier genossen und es war toll!!) geht es also von hier nach Sanur. Wir wollen nach Nusa Lembongan und Nusa Penida, zwei Inseln, die Bali etwas vorgelagert sind und ihr euch so etwa wie die Gilis vorstellen könnt. Nur weniger Touristen eben. Und größer. Und leichter zu erreichen. Eigentlich verwunderlich, dass hier weniger Touristen sind, wenn man so darüber nachdenkt. Nach nur einer Stunde mit dem Boot kommen wir auf Nusa Lembongan an. Wir wollen nochmal tauchen gehen. Hier gibt es nämlich ebenfalls Mantarochen, aber zudem auch Mola Molas. Wenn ihr nicht wisst, wie die aussehen, können wir euch nur empfehlen google zu befragen.

Und dann passiert etwas, mit dem wohl niemand rechnen kann: Wir biegen gerade auf die Hauptstraße ein, da sehen wir ein Pärchen am Roller vorbeidüsen. Ich denke mir noch, dass mir der Fahrer bekannt vorkommt, da schreien Bernhard und ich gleichzeitig los! Haben wir doch tatsächlich Bernhards Cousin hier auf Nusa Lembongan getroffen. Die Welt ist klein. Aber gut für uns, die nächsten Tage haben wir abends immer die perfekte Begleitung zum Essen gehen.

Am nächsten Tag geht es morgens zur Tauchschule, erster Tauchplatz: Crystal Bay. Bekannt für die immense Anzahl an Fischen, aber eben auch Mola Mola. Ums kurz zu machen. Bernhard hat ihn gesehen, ich nicht. War klar oder? Einer unserer Tauchkameraden geht dann auch auf Alleingang einfach mal 47m in die Tiefe, um den Mola Mola fotografieren zu können. Ob es das wert war, sei mal dahingestellt. Mit gerademal 20 bar schließt er wieder zu uns auf und muss sich an die Flasche unseres Tauchguides hängen und durchschmarotzen. Solche Leute liebe ich einfach, ich könnte mich stundenlang darüber aufregen, wie solche Leute überhaupt weiterhin tauchen gehen dürfen, ist mir ein Rätsel. Lernt man nämlich im Open Water Kurs: Schwimm nie einfach einem Tier ins Blaue nach! Keine Konsequenzen, gerade mal ein kleiner Klapps auf die Finger. War ihm übrigens egal, er hat ja das Foto (Aber hey, immerhin schickt er uns das Foto per Mail). Tauchplatz zwei ist immerhin nicht so tief, also kein Grund für ihn einfach abzuhauen. Manta Point nennt er sich und ist eine Cleaning Station für- Trommelwirbel- Mantarochen. Wir sehen sie alle: große Mantas, kleine Mantas, schwangere Mantas. Während man noch nach links schaut, schwimmt rechts schon der nächste Manta vorbei. Dazwischen tümmeln sich jede Menge Stachelrochen, die wir ja auch gerne mögen und hier mal nicht vergessen werden sollen. Die Taucherfahrung liegt uns etwas im Magen, wir beschließen, am nächsten Tag aufs Tauchen zu verzichten und erkunden stattdessen mit dem Scooter die Insel. Abends setzen wir mit dem Boot auf Nusa Penida über.

 

 

Nusa Penida bietet jede Menge und wir wissen gar nicht, wo wir überhaupt anfangen sollen. Es gewinnt: Klar, der Strand. Mit dem Scooter geht es nochmal zu Crystal Bay für einen kurzen Schnorchelstop bevor wir weiter zum Broken Beach fahren. Eine riesige Mündung im Meer, dem Worte keine Rechnung tun. Schaut euch einfach die Fotos an. Von dort geht es fünf Minuten zu Fuß weiter zum Angel’s Billabong. Könnt ihr euch vorstellen wie einen kleinen natürlichen Infinitypool, der hin und wieder mit Meerwasser gespült wird. Kling gut? Ist es auch. Aber wir haben nur kurz Zeit, denn für uns steht das Highlight des Tages an: Wir wollen zum Kelinking Beach. Der Abstieg sei anstrengend und nur fitten Personen empfohlen, haben wir gelesen, und als wir dann dort ankommen, stellen wir fest: Jap, stimmt. Über Stufen, Sand, Steine und Bambusstiegen- alles natürlich im indonesien Style!- geht es nahezu vertikal runter. Ach, wir sind übrigens mit Flipflops unterwegs. Ja, wir leben gerne gefährlich.

 

 

Während die meisten Touristen also nur oben an der Kante stehen bleiben, um das Anstands-Selfie zu machen, gehen wir weiter. Falls ihr es vergessen habt: Bernhard hat Höhenangst. Macht sich aber gut, der Mutige (ja, man muss Männer regelmäßig loben, damit sie einen weiterhin mit Süssigkeiten versorgen!). Nach etwa einer halben Stunde kommen wir dann unten an. Dreckig, mit ein paar blauen Flecken mehr, aber glücklich. Hier unten sind nur eine Handvoll anderer Reisender. Der Sand ist so fein und schön, dass wir es kaum glauben können. Und eine Welle größer als die andere bricht auf den Strand herein. Unsere Sachen schmeißen wir kurz in eine kleine Höhle und dann geht es ab ins Wasser. Eine Welle größer als die andere. Unsere Beine werden uns unter unserem Körper weggezogen. Kaum mal nicht aufgepasst und die nächste Welle bricht über einen herein, dass man nicht einmal mehr weiß, wo oben und unten ist. Wie ein gestrandeter Wal wird man wieder zurück an den Strand gespült, mit dreimal überschlagen. Sand ist überall. ÜBERALL. Drei volle Hände kann ich aus meiner Bikinihose holen. Sprich: Wir haben jede Menge Spaß. Wie die kleinen Kinder. Oder die Seelöwen aus Galapagos. Wenn wir versuchen, endlich aus den Wassermassen wieder rauszukommen. Grazil geht hier nicht. Mehr als einmal legt es uns der Länge nach hin. Kurz vor Sonnenuntergang treten wir dann wieder den Weg nach oben an, für uns fast einfacher als runter. Und vor allem schneller. Mit dem Scooter geht es wieder zurück zu unserem Gästehaus. Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück zu einem Höhlentempel und dann quer über die Insel zu einem weiteren kleinen Strand samt dazugehörigem Aussichtspunkt. Ein Highlight jagt hier das andere, und das Beste daran? Kaum Leute hier. Wir hoffen, es bleibt noch ein paar Jahre so, aber irgendwann werden die Touristen auch von den Gilis hier überschwappen. Irgendwann vertreiben uns dann die Affen vom Strand. Ja, Affen. Während die in Iquitos noch mit einem Kuscheln wollten, kann man diese Exemplare hier nicht mit Liebe kaufen. Nein, hier geht es knallhart zu! Wir treten unsere Kokosnuss an den Anführer ab, war ohnehin schon leer (ha, der Joke ist an ihnen!!) packen schnell unser Zeug zusammen und schwingen uns wieder auf unseren Scooter. Ein letzter Abend noch mit Markus und Hannah, bevor wir den Rückweg nach Bali antreten. Für die beiden geht es nach Hause, für uns noch zwei Tage nach Canggu, wo wir noch einiges zu erledigen haben, bevor es auch für uns wieder in die Luft geht.

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